Guidelines

von Souldance – 5Rhythmen® mit Christa Zaugg

Nach 30 Jahren Erfahrung im Unterrichten von Tanz und Bewegung ist es mir ein Anliegen, klare Räume zu gestalten. 
Unsere Welt ist ziemlich im Chaos – und gleichzeitig mystisch und wunderschön. Wir Menschen haben einander und der Natur durch Verhaltensweisen wie Anhaftung, Gier, Ablehnung, Ausgrenzung, Ignoranz oder Unwissenheit viel Leid zugefügt. Es ist mir ein Anliegen, dass in den von mir angebotenen Räumen Achtsamkeit und Respekt im Vordergrund stehen und möglichst nicht noch mehr zum Leiden beigetragen wird. Ich verstehe meine Arbeit als eine Art Friedensarbeit, spüre meine Verantwortung und nehme mir als Hüterin des Raumes heraus, eine innere Ausrichtung und klare Haltung einzunehmen, was in den von mir gestalteten Räumen stattfinden darf – und was weniger.
Deshalb fasse ich im Folgenden zusammen, was ich mir für die von mir angebotenen Räume wünsche. Auf das facettenreiche Thema „Kontakt“ gehe ich bewusst detaillierter ein, weil ich wahrnehme, dass dieses Thema in den verschiedenen 5Rhythmen-Räumen auch unterschiedlich gehandhabt wird und so manchmal Grund für Verwirrung sein kann. Ich erläutere hier, wo meine Toleranz und meine Grenzen als Hüterin des Souldance-Raumes sind. Damit erhoffe ich mir, dass Fragen oder Verunsicherungen geklärt werden können.
Falls du dich von den Erläuterungen angesprochen fühlst, freue ich mich sehr über deine Teilnahme an einem Kurs.

  • Wir beginnen gemeinsam zum angegebenen Zeitpunkt des Kurses. Die Türe ist 30 Minuten vor Kursbeginn geöffnet. Danke für deine Pünktlichkeit.
  • Für Taschen und Rucksäcke gibt es Platz in der Garderobe, komm bitte leise in den Tanzraum und bring möglichst nur deine Wasserflasche mit.
  • Mobile Telefone bitte ausschalten und in der Garderobe lassen. Im Soulspace Thun gibt es beim Fächergestell Platz für deine Wertgegenstände.
  • Deine Wasserflasche kannst du gerne auf den Fenstersims (Bern) / das Holzgestell (Thun) stellen, Kleiderschichten kannst du hinter die Bühne oder in die Garderobe legen und den Tanzraum, Tanzboden oder die Bühne mit dem ganzen Installationsbereich bitte frei von deinen persönlichen Sachen lassen.
  • Ich empfehle dir, lockere bequeme Kleider (Schichtprinzip) zu tragen
  • Wir tanzen barfuss oder in sauberen weichen Schuhen, Socken bieten Rutschgefahr und sind unsicher
  • Der Tanz ist ein wunderbares Übungsfeld, liebevoll und achtsam mit möglichen Schmerzen, Krankheiten oder Verletzungen deines Körpers umzugehen.
  • Am Boden zu tanzen ist immer möglich, bitte beachte dabei, dass du dich je nach Dynamik der Gruppe nicht mitten auf die Tanzfläche legst, sondern am Rande, damit du dich selber nicht gefährdest und andere nicht an ihrem Prozess hinderst.
  • Sitzend auf einem Stuhl zu tanzen ist auch mitten auf der Tanzfläche möglich. Bitte frag jemanden aus dem Team, wenn du einen Stuhl brauchst, damit wir dir behilflich sein können.
  • Bitte respektiere das Schweigen auf der Tanzfläche – Gespräche lenken ab und stören andere in ihrem Prozess.
  • Dies ist ein Drogen-und Alkoholfreier Raum.
  • Männer und Frauen – bitte tragt ein Top / T-Shirt – bitte nicht mit nacktem Oberkörper tanzen. Wir werden schwitzen!
  • Falls du mit jemandem zusammenprallst, bitte ich dich, eine Geste der Entschuldigung zu finden.
  • Kontakt: Ich erachte diesen Raum als grossen Freiheitsraum zum Erforschen von achtsamer und kreativer Bewegung im Kontakt mit dir selber, zu zweit, in einer kleinen Gruppe, mit allen, die im Raum sind und im Kontakt zum „mystischen Grossen Ganzen“.
    Kontakt mit andern ist sehr willkommen und ein wertvolles Übungsfeld, absichtslos, spielerisch, offen und respektvoll mit sich und andern umzugehen. Ein achtsames Tanzfeld bietet dir die Gelegenheit, deine Bedürfnisse und Grenzen wahrzunehmen, klar für dich einzustehen und non-verbale Gesten zu finden, die mit freundlicher Entschlossenheit ausdrücken, was sich für dich stimmig anfühlt und was nicht. Es gibt inmitten der grossen Freiheit ein paar wesentliche Details, die ich dich bitte, zu beachten: Ich bitte dich, mit Körperkontakt äusserst achtsam und respektvoll umzugehen und zu bedenken, dass diesbezüglich alle ihre eigenen Erfahrungen und Grenzen haben und Menschen aus diversen Gründen gar nicht berührt werden möchten. Andere wiederum freuen sich, während des Tanzens auch mal achtsam im Körperkontakt zu sein.
    Dabei spielt unsere Motivation – und nebst der Achtsamkeit für sich und das Gegenüber – auch die Achtsamkeit und Wirkung unseres Verhaltens auf den gesamten Raum eine wesentliche Rolle. Wir können uns immer wieder die eine Frage stellen: Warum bin ich hier in diesem Raum? Um die 5Rhythmen zu praktizieren – Flowing – Staccato – Chaos – Lyrical – Stillness – und dabei mehr über mich selber zu lernen? Um meine Aufmerksamkeit, meine Präsenz zu schulen? Um zu üben, respektvoll und achtsam mit mir selber und allen hier im Raum umzugehen? Um das Zusammenspiel des Grossen Ganzen, unsere Vernetzung im Auge zu behalten, damit Heilung stattfinden kann?
    Dann bist du hier absolut im richtigen Raum.
    Auch wenn du dich einsam fühlst und andere Menschen tanzend kennen lernen möchtest, dann bist du ebenfalls im richtigen Raum. Und falls du dich am Schluss der Wave nach einer Umarmung sehnst oder dich bei jemandem anlehnen möchtest, ist auch dazu – im Einvernehmen mit dem Gegenüber – der Raum da. Es gibt viele Menschen, die alleine leben. Manchmal tut eine herzerwärmende Umarmung einfach gut und kann heilsam und wohltuend sein.
    Falls deine Motivation eine ganz andere sein sollte, du dich eher im Standard-Tanz oder einer andern Tanzform üben möchtest, wenn du gerne kommunizieren oder eher kuscheln anstatt durch die 5Rhythmen tanzen möchtest, dann ist das absolut verständlich und einfach nur wesentlich, dir darüber im Klaren zu sein. Es gibt heutzutage für fast alle Bedürfnisse zahlreiche wunderbare Räume und Angebote, die den verschiedenen Bedürfnissen entsprechen – und wenn wir sie im dafür vorgesehenen Raum nutzen, dann gibt das für alle sehr viel Entspannung, innere Freiheit und Klarheit. (z.B. Kurse für Contact Improvisation, wenn „Lifts“ geübt werden wollen, Standard-Tanzkurse, Kuschelräume, Kommunikations-Kurse, usw.)
  • Falls du merkst, dass es dir schwer fällt, innerhalb des Übungsfeldes der 5Rhythmen für dich einzustehen, (z.B. Grenzen signalisieren, in Kontakt zu kommen usw.) und du Unterstützung suchst in deinem Prozess, dann kannst du dich vor oder nach dem Kurs gerne bei mir melden. Ich freue mich, dich im Rahmen meiner Möglichkeiten auf deinem 5Rhythmen-Tanzweg zu unterstützen.

Danke für deine Kenntnisnahme und für deinen Respekt! Danke für dein Mittragen an einem kollektiven Feld und für deine Eigenverantwortung. Ich freue mich sehr auf das gemeinsame Praktizieren und Erforschen der 5Rhythmen, um mit einem bewussten Umgang mit uns selber und allen Lebewesen mehr Achtsamkeit und Frieden in diese Welt zu bringen.

Zur weiteren Inspiration hier ein Text von Joseph Goldstein:

„Wenn wir klar wissen, was wir tun, können wir Liebende Güte im Alltag leben, statt sie nur auf dem Meditations-Kissen (** oder im 5Rhythmen-Tanzraum) zu praktizieren. Der eigenen Motivation bewusst zu sein, spielt auf dem Weg zur Befreiung eine zentrale Rolle. Mit zunehmendem Gewahrsein unserer selbst fangen wir an zu erkennen, dass unsere Praxis nicht nur uns selbst, sondern dem Wohlergehen und Glück aller Wesen dienen kann.
Wie kann unsere Praxis dem Wohlergehen anderer dienen?
Wie kann die Wahrnehmung des eigenen Atems oder ein achtsam gegangener (** oder getanzter) Schritt irgend jemandem helfen? Das geschieht auf verschiedene Weise. Je mehr wir unseren eigenen Geist verstehen, desto besser verstehen wir alle anderen. Wir spüren immer mehr die Gemeinsamkeit unseres menschlichen Daseins, was Leiden erzeugt und wie wir davon frei sein können. Unsere Praxis dient anderen auch durch die Transformation dessen, wie wir in der Welt sind.

Indem wir akzeptierender, friedvoller, weniger verurteilend und weniger selbstsüchtig sind, wird die ganze Welt liebevoller und friedvoller, weniger verurteilend und weniger selbstsüchtig. Unser Geist-Körper ist ein schwingendes, vibrierendes Energiesystem. Wie wir sind, beeinflusst daher unausweichlich alle um uns herum.“

Joseph Goldstein

(** Anmerkung: um den Bezug zur 5Rhythmen Praxis zu machen, sind die in Klammern stehenden Worte als Ergänzung von mir hinzugefügt worden und nicht im Originalzitat vorhanden)